Du kennst sicherlich diese Momente, in denen du ganz genau weißt, was du tun solltest und es trotzdem nicht schaffst…!
Zum Beispiel, wenn du in einem Gespräch ruhig bleiben willst, aber innerlich längst alles kocht.
Oder wenn du dir vorgenommen hast, am Abend abzuschalten und dein Kopf doch wieder im Meeting von morgen kreist.
Oder dieser leise Druck, ständig stark sein zu müssen, obwohl du eigentlich gerade am liebsten einfach nur mal rauswillst, aus allem.
In genau solchen Momenten setzt das emotionsfokussierte Skilltraining an. Es ist keine Technik aus der Selbstoptimierungswelt. Sondern eine Einladung, sich selbst in der Tiefe kennenzulernen und in hitzigen, überfordernden oder lähmenden Situationen handlungsfähig zu bleiben. Ohne sich dabei zu verlieren.
Emotionen sind keine Gegner. Sie sind Wegweiser.
In vielen Köpfen – gerade von Menschen, die in Verantwortung stehen – sind Emotionen vor allem eines: kontrollbedürftig. Wer zu emotional wirkt, verliert an Professionalität. Wer zu wenig fühlt, wird als kalt abgestempelt. Und so balancieren viele von uns auf einem schmalen Grat zwischen Funktionieren und innerem Druck.
Das emotionsfokussierte Skilltraining macht Schluss mit dem Mythos, dass Emotionen stören. Stattdessen zeigt es:
Jede Emotion hat eine Botschaft.
Angst kann Sicherheit suchen. Wut kann für Grenzen einstehen. Traurigkeit kann uns zeigen, was uns wichtig ist.
Die Frage ist nicht, wie wir sie loswerden, sondern:
👉 Wie gehen wir mit ihnen um, ohne von ihnen überrollt zu werden?
Was wir bei anderen zu heilen versuchen, beginnt oft in uns selbst
Die kanadische Psychologin Joanne Dolhanty – eine der zentralen Stimmen im emotionsfokussierten Arbeiten – hat in ihrer Praxis über Jahre mit Eltern von schwer psychisch erkrankten Kindern gearbeitet.
Nicht mit den Kindern. Nur mit den Eltern.
Das Ergebnis: Viele der Kinder wurden gesund. Ohne direkten Kontakt zu einer Therapeut:in.
Was ist da passiert?
Die Eltern haben begonnen, mit ihren eigenen, unbearbeiteten Emotionen in Kontakt zu kommen. Trauer, Scham, Schuld, Ohnmacht – all das, was vorher unbewusst auf die Kinder überging, wurde auf einmal gehalten, benannt und in Beziehung gebracht.
Und mit dieser Veränderung im System konnte auch das Kind innerlich aufatmen.
Dieses Beispiel macht auf eindrucksvolle Weise deutlich, was auch in vielen Coachings, besonders mit Führungspersönlichkeiten, sichtbar wird:
Die größten Veränderungen passieren genau dort, wo wir bereit sind, Verantwortung für unsere unbewussten Muster zu übernehmen.
Nicht nur, weil es „effizient“ ist, sondern weil wir dann aufhören, unsere inneren Altlasten in andere Kontexte zu tragen: in die Beziehung zu Mitarbeitenden, Partner:innen, Kindern. Oder in stille Selbstsabotage.
Führungskräfte profitieren, aber nicht nur als Führungskräfte
Ja, das emotionsfokussierte Skilltraining ist hochrelevant für Menschen in Verantwortung.
Aber es greift zu kurz, es nur im Businesskontext zu verorten.
Viele der Konflikte, die sich in Unternehmen zeigen – Machtspiele, Kommunikationsblockaden, ungesunde Leistungsmuster – sind keine rein beruflichen Themen.
Sie wurzeln oft in ungelösten transgenerationalen Dynamiken, in alten Loyalitäten, Glaubenssätzen und emotionalen Erbschaften, die tief unter der Oberfläche wirken.
Ein Beispiel: Wer in seiner Ursprungsfamilie gelernt hat, immer zu funktionieren, wird sich auch als Führungskraft schwer damit tun, Pausen zuzulassen.
Oder: Wer Nähe mit Kontrollverlust verknüpft, wird in Teams entweder überfordern oder sich distanzieren, obwohl er oder sie „eigentlich“ für emotionale Intelligenz brennt.
Genau hier beginnt der Raum, in dem Coaching wirklich transformativ wird.
Der Transfer in den Alltag
Im Coaching mit emotionsfokussiertem Skilltraining arbeiten wir auf mehreren Ebenen:
✅ Du lernst, emotionale Zustände frühzeitig zu erkennen und zu benennen, selbstverständlich ohne Bewertung.
✅ Du entwickelst ein Repertoire an konkreten Skills, die in akuten Momenten wirken (z. B. Selbstberuhigung, Perspektivwechsel, Distanzierungstechniken).
✅ Du stärkst deine Fähigkeit, mit Ambivalenz umzugehen, wenn mehrere Emotionen gleichzeitig da sind.
✅ Und du entwickelst neue innere Haltungen, die dich durch schwierige Phasen tragen wie z. B. Selbstmitgefühl, Klarheit oder Vertrauen.
Das alles nicht als „Trainingsprogramm“, sondern als individuelle Begleitung. Denn: Skills sind nur dann hilfreich, wenn sie zu dir passen.
Fazit: Echte Führung beginnt bei dir. Und sie hört zum Glück nicht am Schreibtisch auf.
Wenn du das Gefühl hast, du funktionierst zwar, aber fühlst dich oft innerlich abgeschnitten, dann ist das kein persönliches Versagen. Es ist ein Signal.
Ein Hinweis darauf, dass deine innere Welt mehr Aufmerksamkeit verdient.
Nicht dramatisch. Nicht schwach. Sondern zutiefst menschlich.
Und genau hier beginnt echte Entwicklung. Nicht durch Druck, sondern durch bewusste Begegnung mit dir selbst.
Schreib mir eine Nachricht, ich freue mich auf dich und deine aktuelle Herausforderung!

