Ein hypnosystemischer Blick auf ein Gefühl, das niemand haben will & das doch so viel Potenzial birgt.
Eifersucht. Ein Wort, das in den Business-Kreisen unserer Klient:innen selten laut ausgesprochen wird, aber oft im Stillen mitschwingt. Für viele erfolgreiche Unternehmer:innen und Führungskräfte ist Eifersucht ein „ungeladener Gast“, der sich in Momenten zeigt, in denen sie ihn am wenigsten gebrauchen können: Inmitten des beruflichen Erfolgs.
Vielleicht auch in der Partnerschaft, die eigentlich stabil ist. Oder in Situationen, die scheinbar objektiv keine Bedrohung darstellen, jedoch emotional ganz anders erlebt werden.
Ein Blick in die Geschichte von Julian*, 44, Geschäftsführer eines Tech-Unternehmens*
Julian hatte alles: Umsatzwachstum, ein starkes Team, eine harmonische Beziehung. Und dennoch passierte es, als seine Partnerin eine neue Position in einem internationalen Unternehmen annahm. Bei Julian begann ein unterschwelliger innerer Kampf. Rational wusste er: Sie liebt ihn. Emotional aber… meldete sich etwas anderes.
„Ich habe mich plötzlich verglichen. Mit ihrem Chef, mit ihren Kollegen, mit einer Version von mir, die ich nicht mehr sein konnte“, erzählt Julian im Coaching. „Es war, als hätte mein inneres Kontrollzentrum plötzlich einen Blackout.“
Was Eifersucht aus hypnosystemischer Perspektive wirklich ist
In der hypnosystemischen Sichtweise, wie sie von Gunther Schmidt geprägt wurde, ist Eifersucht kein Symptom einer „Störung“, sondern ein wertvoller Hinweisgeber. Sie zeigt nicht, was falsch läuft, sondern wo unser inneres System eine Einladung zum Wachstum sieht, nur momentan noch keine ressourcenorientierte Antwort darauf hat.
Eifersucht ist keine Schwäche, sondern ein Signal.
Ein Signal dafür, dass in uns ein Teil existiert, der sich nach Sicherheit, Zugehörigkeit und Wertschätzung sehnt und gelernt hat, diesen Zustand durch Kontrolle zu sichern. Dies hat in der Vergangenheit, oft der Kindheit, aus Ermangelung anderer Möglichkeiten oft sehr viel Sinn ergeben, nur ist dieser Mechanismus nun nicht mehr förderlich.
„Innere Teams“ statt Selbstverurteilung
Die hypnosystemische Haltung betrachtet den Menschen als ein System von vielen Anteilen. Wenn ein Anteil – z. B. der „Verletzliche“ oder der „Wächter“ – in Resonanz geht, entsteht das Gefühl der Eifersucht. Aufgabe im Coaching ist es nicht, diesen Anteil zu unterdrücken, sondern mit ihm in Beziehung zu gehen.
„Eifersucht ist wie ein loyaler Bodyguard – manchmal überreagierend, aber mit bester Absicht.“
– nach Gunther Schmidt
Im Coaching mit Julian wurde klar: Es war nicht seine Partnerin, die das Gefühl „auslöste“. Sondern die innere Bedeutung, die Julian dem Erfolg anderer gab. Und dies in Verbindung mit einem alten Glaubenssatz: „Ich bin nur dann liebenswert, wenn ich der Beste bin.“
Warum Führungspersönlichkeiten besonders anfällig sind
Führungskräfte wie Julian sind oft geprägt von hoher Selbstverantwortung, leistungsbezogenen Selbstwertmodellen und einem Umfeld, in dem emotionale Vulnerabilität als Schwäche interpretiert wird. Eifersucht passt da nicht ins Bild. Sie widerspricht dem Selbstkonzept und wird deshalb oft weggedrückt oder rationalisiert.
Doch gerade hier liegt der Schlüssel zur Transformation: Wer lernt, seine Eifersucht als Einladung zur inneren Klärung und Stärkung zu sehen, entwickelt nicht nur mehr emotionale Resilienz, sondern auch mehr Authentizität in der Beziehung – privat wie beruflich.
Eifersucht transformieren – nicht bekämpfen!
Hypnosystemisch arbeiten wir nicht gegen das Gefühl, sondern mit ihm. Mögliche Interventionen sind:
- Arbeit mit inneren Bildern: Was zeigt sich, wenn Eifersucht eine Gestalt hätte?
- Systemische Aufstellungen im Innenraum: Welche inneren Anteile sind aktiv, was brauchen sie?
- Utilisation: Wie kann das Gefühl als Ressource genutzt werden?
- Narratives Reframing: Welche neue Geschichte kann aus dieser Erfahrung entstehen?
Was Julian am Ende lernte
Heute sagt Julian:
„Ich habe aufgehört, gegen meine Gefühle zu kämpfen. Stattdessen frage ich mich: Was will dieser Teil von mir eigentlich Gutes für mich erreichen? Und dann höre ich zu.“
Das Ergebnis? Mehr emotionale Klarheit, weniger unbewusste Projektionen & eine tiefere Verbindung zu sich selbst und seiner Partnerin.
Fazit: Eifersucht ist kein Feind, sondern ein wertvoller Sparringspartner!
Für ambitionierte Menschen in Führungspositionen ist Eifersucht ein unterschätzter Spiegel: Sie zeigt, wo alte Muster greifen & wo neue Möglichkeiten entstehen können. Wer sich diesem Gefühl mit hypnosystemischer Kompetenz und professioneller Begleitung widmet, gewinnt nicht nur emotionale Freiheit, sondern auch ein neues Maß an Selbstwirksamkeit.
Wenn Du Dich in Julians Geschichte wiedererkennst und merkst, dass Du nicht mehr länger gegen Deine Emotionen kämpfen willst, sondern sie in Deine Stärke verwandeln möchtest, dann begleite ich Dich gerne auf diesem Weg. Nicht als Therapeutin, sondern als strategischer Weggefährtin auf Augenhöhe.
👉 Lass uns gemeinsam herausfinden, was hinter Deiner Eifersucht wirklich steckt & was daraus entstehen kann.
PS: *natürlich lege ich großen Wert auf Diskretion, keine Fälle werden so vorgestellt, dass ein Rückschluss auf Personen möglich ist!

